Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen
Grundlagen und Gesetzliche Anforderungen
Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz ist ein wichtiger Schritt zur Förderung der psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden und zur Schaffung einer positiven Arbeitsumgebung. Sie hilft dabei, potenzielle Risiken und Belastungen zu identifizieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu entwickeln.
Der § 3 ArbSchG beschreibt die grundlegenden Verpflichtungen der Arbeitgeber hinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, auf denen die Gefähr- dungsbeurteilung psychischer Belastungen aufbaut. In der Gefährdungsbeurteilung werden alle Belastungen am Arbeitsplatz tätigkeitsbezogen erfasst, die Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten haben. Bei der Gefährdungsbeurteilung steht immer die Beurteilung sowie Gestaltung der Arbeit im Fokus – und nicht die gesundheitliche Verfassung des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin.
Psychische Belastung ist die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken. Psychische Belastung wird neutral definiert.
Psychische Beanspruchung ist die unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategie.
Belastungen werden ausschließlich im Kontext mit den auszuführenden Tätigkeiten einer Person betrachtet. Sie können in der Arbeitswelt aus den Arbeitsinhalten und -aufgaben, der Arbeitsorganisation, den sozialen Beziehungen, der Arbeitsumgebung sowie neuen Arbeitsformen resultieren. Psychische Belastungen können sowohl positive wie negative Folgen haben. Wohlbefinden, Gesundheit oder berufliche Weiterentwicklung sind ebenso möglich wie Gesundheitsbeeinträchtigungen oder Leistungs- und Kompetenzverlust. Eine Tätigkeit ohne psychsiche Belastungen ist nicht möglich und auch nicht wünschenswert. In einem gewissen Maße sind Anforderungen nötig, damit sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterentwickeln können.
Die 7 Schritte der GB-Psyche
1. Festelegen von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten
2. Ermitteln der Gefährdungen
3. Beurteilen der Gefährdungen
4. Festlegen der Ziele und Maßnahmenableitung
5. Durchführung der Maßnahmen
6. Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen
7. Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung
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